Ysyach – Das jakutische Neujahrsfest

Rerum Russiae Commentarii

Lediglich drei Monate dauert in der Republik Sacha der Sommer. Nach einem langen und harten Winter feiern die Jakuten seinen Beginn Mitte Juni traditionell deshalb als Beginn eines neuen Jahres, als Beginn neu erwachten Lebens. Es ist ein faszinierendes Fest jakutischer Kultur, voller kleiner und großer Rituale – gewidmet der Sonne und der Fruchtbarkeit, der Natur und der in ihr lebenden Menschen, Tiere, Geister und Gottheiten.

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Sacha tanzt!

Traditioneller jakutischer Tanz mit den dazu gehörenden Kleidern und dem unverkennbaren Schmuck ist wahrlich eine Augenweide! Dazu der Wohlklang aus in Trance versetzenden musikalischen Klängen der Maultrommel…. Alles im Einklang mit der Natur: Die Sonne anbeten und mit Birkenästen tanzen. Einfach nur unvergleichliche Bräuche und Traditionen!

Der Countdown läuft…

04.09.2014

Nun ist es fast soweit. Morgen geht die große Reise in ein anderes Land, in eine andere Kultur, in ein anderes, neues Leben los! Da man dann doch einiges hinter sich lässt (vor allem gute und lieb gewonnene Freunde und Familie), das man hier und da sicherlich sehr vermissen wird und man sich vermutlich des Öfteren die Frage stellen muss, ob man denn tatsächlich die richtige Entscheidung getroffen hat, war es für mich besonders wichtig in den letzten zwei Wochen nochmal so richtig die Heimat und Umgebung zu genießen und Abschied zu nehmen. (Auch wenn ich an Weihnachten schon wieder eintrudel und friends and family wieder mit meiner Anwesenheit beglücken darf… so war es doch wichtig einen richtigen Schnitt zu machen, um einen neuen Lebensabschnitt beginnen zu können!)

Nachfolgend ein paar kleine Eindrücke von den letzten beiden Wochen in der Heimat:

(Zu sehen gibt es u.a. die wunderschöne Pfalz in all ihrer Pracht, den botanischen Garten in Karlsruhe, den Baggersee in Otterstadt, die Burg Hohenzollern bei Tübingen und Hagenau im schönen Elsass)

Putin Arrives in Yakutsk to Participate in Meeting on Development of Russia’s Far East | Politics | RIA Novosti

01.09.2014
Na hätte ich gewusst, dass der Herr Präsident persönlich das Studienjahr an meiner künftigen Arbeitsstelle eröffnet, wär ich doch glatt schon eher angereist. Da hätte man ja durchaus mal nen Vodka zusammen trinken können…

http://en.ria.ru/politics/20140901/192514597/Putin-Arrives-in-Yakutsk-to-Participate-in-Meeting-on.html

Fernost – Jakutsk

Jakutsk – auf russisch: Яку́тск, auf jakutisch: Дьокуускай/Dschokuuskaj

Zwischen Berlin und Jakutsk liegen 6.108,94 km Luftlinie. Ganz schön weit weg, wenn man bedenkt, dass man von Moskau bis Jakutsk ca. 7 Stunden über ein und dasselbe Land fliegt. Und das ohne einen Ozean zu überqueren… Eine FlugstrecRussland Karteke über mehrere Zeitzonen hinweg. Mit einer Zeitverschiebung zu Deutschland von 8 Stunden +. Mehr Fernost geht eigentlich gar nicht. Eine Stadt der Entfernung und völligen Abgeschiedenheit. Umso spannender, was einen dort erwartet.

Leider findet man kaum Informationen über die Stadt. Wenn man nach Jakutsk googelt, erhält man zwar 733.000 Treffer (Stand: 17.07.2014), aber abgesehen vom wikipedia-Eintrag erhält man sonst kaum informative Beiträge. Dafür jedoch jede Menge Berichte über die kälteste Großstadt der Welt. Eine Stadt, die auf Permafrostboden gebaut ist und in der Schüler und Studenten ab einer Temperatur von unter -50°C schul- bzw. unifrei bekommen. Verrückt! Die Bilder-Treffer geben davon einen ganz guten Eindruck. Von Eis und Schnee bedeckte Straßen, ganzkörper eingepackte Menschen, gefrorene Bärte, Wimpern und Augenbrauen, eine Lufthülle um den Menschen herum, wenn die hitzige Körpertemperatur mit der eisigen Außentemperatur zusammentrifft.

Kein Wunder, denn in Jakutsk herrschen extrem kontinentale Klimaverhältnisse mit einer Temperaturspanne von 100°C. So kann es im Winter bis zu -60°C, im Sommer bis zu +40°C werden. Der Winter ist lang, der Sommer kurz. Bereits Ende September werden die ersten Minusgrade gemessen. Januar ist der kälteste Monat. Dann kann es schonmal vorkommen, dass der Flughafen geschlossen wird und die Bürger im Radio aufgefordert werden, nicht mehr nach draußen zu gehen. Und darauf sollte man hören. Denn bei einer Außentemperatur von unter -50°C hat der menschliche Körper eine Überlebenszeit (ohne entsprechende Kleidung versteht sich) von 15min. Da ist es auch kein Wunder, dass die Polizei sicherheitshalber durch die Stadt fährt und alle „verlorenen Geister“ einsammelt und nach Hause ins Warme bringt. Dies ist im Sommer dann nicht mehr erforderlich. Der Sommer kommt schnell, ist kurz und extrem heiß. Doch dann kann man sich endlich wieder im freien bewegen und die Sonne genießen…

Wie man unschwer erkennen kann, steht mit Jakutsk das extreme Wetter in unmittelbarer Verbindung. Doch welche Infos erhält man sonst noch über die „Hauptstadt des Polarkreises„?

Jakutsk ist die Hauptstadt der Teilrepublik Sacha (Jakutien). Derzeit leben ca. 270.000 Menschen dort, was für eine Stadt der Extreme eine ganz schöne Menge darstellt. Das liegt möglicherweise auch an dem Rohstoffreichtum Jakutiens: Gold, Diamanten, Kohle, Pelze, Elfenbein, seltene Erde… Durch die Stadt fließt der wundervolle Fluss Lena, der über die Wintermonate eine mehrere Meter dicke Eisdecke trägt und im Sommer tagelange Flusskreuzfahrten durch Sibirien ermöglicht.

Was es geschichtlich zu wissen und sightseeing-mäßig zu erwähnen gibt, werde ich wohl erst im Laufe meines Jahres dort erfahren und dann nach und nach ergänzen. Wer wenig über sein Ziel weiß, hat entsprechend geringe Erwartungen und kann nur positiv überrascht werden 😉